LUIGI NONO (1924-1990)

"Er machte nicht mit Hilfe der Schönbergschen Entdeckungen eine aufklärerische Musik, die die Massen in Bewegung setzen sollte, sondern vertraute darauf, daß in seiner Musik (...) Aufklärung als etwas erfahren wird, was als Fünkchen in den Massen und der ihnen entsprechenden Tonmasse selber steckt. (...) Die Intention ist es, diesen Funken das Herausspringen möglich zu machen. Zu gleicher Zeit bedeutet das aber, daß die Massen nicht in Marsch gesetzt werden, sondern daß sie erst einmal in Denkbewegung gesetzt werden sollen, ohne die jede Art von Marsch sinnlos wäre. Also eine Anti-Massenpropaganda­-Musik, und damit direkt hineingegangen in Fabriken, in Organisationen (...)."

So fasste Klaus Heinrich einmal das Verhältnis von Politik und Ästhetik in den Werken des italienischen Komponisten Luigi Nono (1924-1990) zusammen. 2019 hat Irene Lehmann ein Buch über Luigi Nono veröffentlicht: "Auf der Suche nach einem neuen Musiktheater - Politik und Ästhetik in Luigi Nonos musiktheatralen Arbeiten zwischen 1960 und 1975". In einem Gespräch aus Anlass eines Vortrags gibt Irene Lehmann ein Einblick in ihr Buch und spricht über einige Motive des Werks von Luigi Nono.

Download (mp3; 58 MB; 36:07 min; Mai 2021)

Links zum Thema

* Gespräch bei Mixcloud
* Zur Vortragsankündigung
* Zum Buch von Irene Lehmann
* Italien: Ein Kampfzyklus 1960-1980 [æ]